Attraktive Ausbildungsplätze in der Region

von Marco Winkler

Bildungsmesse „youlab“ am Mittwoch, 17. Februar, in Oranienburg / Vorstellung des IHK-Projekts BOT

Oranienburg. Welchen Weg einschlagen nach der Schule? Studium oder doch Berufsausbildung? Für den zweiten Zukunftsweg wird auf der Messe „youlab“ am Mittwoch, 17. Februar, von 10 bis 16 Uhr in der MBS-Arena der Turm Erlebniscity ordentlich die Werbetrommel gerührt. Zudem wird deutlich, dass auch beides geht.

Abschluss in der Hand. Schule hinter sich. Der vermeintliche „Ernst des Lebens“ beginnt. Doch wohin? Was will ich? Was kann ich? Welche Unternehmen bieten was zu welchen Konditionen an? Fragen über Fragen. Mit denen sich der Suchende im besten Fall schon vor der Zeugnisübergabe beschäftigen sollte. Eine Anlaufstelle dafür ist die „youlab“. Sie bietet Informationen aus erster Hand für die Azubis in spe – von den Firmen und ihren Mitarbeitern.

80 Betriebe beteiligen sich an der Messe, die am kommenden Mittwoch in die fünfte Runde geht. „Die Besonderheit in diesem Jahr ist, dass wir zum ersten Mal nur Unternehmen aus Brandenburg dabei haben“, sagt Philipp Gall, Leiter des IHK-RegionalCenters Oberhavel. Bei ihm und seinen zwei Mitarbeiterinnen fügen sich die Organisationsbausteine zusammen. Ein Selbstläufer sei die Messe zwar nicht. „Aber eine Marke haben wir mit der ‚youlab‘ über die Jahre geschaffen, jeder kennt sie mittlerweile.“

Angefangen hat alles schon Mitte der 1990er Jahre. Die Resonanz war allerdings etwas gering. Grund: Das Handwerk stand höher in der Gunst von Schulabgängern als heute. Eine Messe war da nicht unbedingt vonnöten. Doch, so Gall, dann griff ein Paradigmenwechsel. Stichwort: demografische und gesellschaftliche Entwicklung. Und: Immer mehr junge Menschen bevorzugen ein Studium. „2015 gab es deutschlandweit erstmals mehr Jugendliche, die an die Uni gingen als eine Berufsausbildung zu starten“, macht Philipp Gall auf die Entwicklung aufmerksam.

Das Handwerk gerät in eine Bredouille. Fachkräfte fehlen plötzlich. Die Betriebe sehen sich in der Not, händeringend nach guten Auszubildenden zu suchen. Kein Leichtes. Da rückte eine Messe als Informationsquelle wieder in den Fokus – als Werbeplattform und um zu zeigen, wie attraktiv eine Ausbildung in der Region sein kann. „Wir wollen den jungen Menschen in Oberhavel zeigen, dass es hier Möglichkeiten gibt, sein Berufsleben zu beginnen“, so Philipp Gall. Es müsse nicht immer der Blick in den Süden, speziell nach Berlin, gerichtet werden. Gerade die S-Bahn-Gemeinden sollen sich angesprochen fühlen, zwar über den Tellerrand zu schauen, aber die Leckerbissen auf demselbigen nicht zu übersehen. Auch hier gebe es Perspektiven in großen, sogar international tätigen Firmen wie Takeda oder Elgora, so Philipp Gall.

Ein zweiter Schwerpunkt für den RegionalCenter-Leiter: Er will auf der Messe alle Schulformen ansprechen. Der Wert einer Berufsausbildung sei zwar nicht zu unterschätzen. Der Ruf eines IHK-Abschlusses sei sehr angesehen. Dennoch bieten viele Firmen mittlerweile auch Kombi-Pakete an, die einen Einblick in Theorie und Praxis ermöglichen: Duale Studiengänge. So erhält der Azubi Grundlagen als Theoretiker vermittelt und weiß nebenbei, wie ein Betriebsablauf innerhalb der Firmenmauern aussieht. Damit wären zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Die „youlab“ ist für Philipp Gall ein „Aushängeschild für den Landkreis geworden“. Er spricht sogar von einem Leuchtturm. Und dieser muss gepflegt und erweitert werden, mit der Zeit gehen. Deshalb gibt‘s in diesem Jahr eine Neuerung, die Gall auf der Messe vorstellen wird.

BOT. Soweit die schwerfällige Abkürzung. Sie steht für: Berufsorientierungstournee. Im März startet die Pilotphase des neuen IHK-Projekts. Dabei werden Schüler an einem Tag in die Betriebe geschickt. Ab 13 Uhr, nach der Schule. Auf freiwilliger Basis. „Schüler müssen ihre Freizeit investieren.“ Im Unternehmen erhalten sie dann einen Blick hinter die Kulissen, informieren, erklären, beantworten Fragen. „Auch Azubis werden auf Augenhöhe durch den Betrieb führen.“ Das Projekt entstand in Zusammenhang mit dem Netzwerk Zukunft. Philipp Gall will junge Menschen motivieren, zur Messe zu kommen: „Seid neugierig, haltet die Augen offen, habt Mut, nutzt den Tag.“

Die größte Bildungsmesse Oberhavels wird am Mittwoch, 17. Februar, von 10 bis 16 Uhr in der MBS-Arena der Turm ErlebnisCity, André-Pican-Straße 42, veranstaltet. Der Eintritt zur Messe ist kostenfrei. Kleiner Tipp: Jugendliche nehmen am besten gleich ihre Bewerbungsunterlagen mit, zumindest einen Lebenslauf sollten sie dabei haben.

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